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Die Geburt des Lichkönigs PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Salena   
Donnerstag, 15. März 2007

Ner’zhul und seine Anhänger betraten die wirbelnde Netherwelt, die Astralebene, die alle Welten im Großen Dunklen Jenseits verbindet. Leider warteten Kil’jaeden und seine dämonischen Diener dort bereits auf sie. Kil’jaeden, der geschworen hatte, sich wegen seiner trotzigen Weigerung an Ner’zhul zu rächen, riss den alten Schamanen gnadenlos und langsam in Stücke. Kil’jaeden ließ den Geist des Schamanen am Leben und unversehrt, auf dass Ner’zhul deutlich spüren sollte, wie sein Körper verstümmelt wurde. Zwar flehte Ner’zhul den Dämon an, seine Seele zu befreien und ihm den Tod zu gewähren, doch der Dämon erwiderte grimmig, dass der Blutpakt, den sie vor langer Zeit geschlossen hatten, nach wie vor Gültigkeit habe und Ner’zhul immer noch einen Zweck zu erfüllen hätte.

Da es den Orcs nicht gelungen war, die Welt für die Brennende Legion zu erobern, war Kil’jaeden gezwungen, eine neue Armee aufzustellen, um Chaos über die Königreiche von Azeroth zu bringen. Diese neue Armee durfte nicht in dieselben kleingeistigen Rivalitäten und Kämpfe untereinander verfallen, die die Horde geplagt hatten. Sie musste verbissen und gnadenlos das eine Ziel ihrer Mission verfolgen. Diesmal konnte sich Kil’jaeden keinen Misserfolg leisten.

Kil’jaeden hielt Ner’zhuls Seele hilflos in Stasis, gab ihm aber eine letzte Chance, der Legion zu dienen oder aber ewige Folterqualen zu erdulden. Abermals ließ sich Ner’zhul unbedacht auf einen Pakt mit dem Dämon ein. Ner’zhuls Seele wurde in einen eigens geschaffenen Block aus Eis von der Härte eines Diamanten gesperrt, Eis, das aus den entlegensten Regionen der wirbelnden Netherwelt herbeigeschafft worden war. In seinem tiefgefrorenen Sarg spürte Ner’zhul, wie sein Bewusstsein sich zehntausendfach ausdehnte. Von der chaotischen Kraft des Dämons verdorben, wurde Ner’zhul zu einem spektralen Wesen von unauslotbarer Macht. In diesem Augenblick verschwand der Orc namens Ner’zhul für immer und der Lichkönig war geboren.

Ner’zhuls loyales Gefolge aus Todesrittern und Angehörigen des Schattenmonds wurde ebenfalls von der Chaosenergie des Dämons verwandelt. Die tückischen Zauberer wurden in Stücke gerissen und als skelettartige Lichs wiedergeboren. Der Dämon hatte dafür gesorgt, dass Ner’zhuls Anhänger ihm selbst im Tode treulich dienen würden.

Als der richtige Zeitpunkt gekommen war, erläuterte Kil’jaeden die Mission, für die er den Lichkönig geschaffen hatte. Ner’zhul sollte eine Seuche von Tod und Schrecken über Azeroth bringen, die die menschliche Zivilisation für alle Zeiten ausrotten würde. Alle, die an der grauenhaften Seuche starben, würden als Untote wiederauferstehen und ihre Seelen sollten für alle Zeiten Ner’zhuls Willen unterworfen sein. Kil’jaeden versprach, wenn Ner’zhul seine Aufgabe meistern und die Menschheit vom Antlitz der Welt tilgen könnte, dann würde er den Fluch von ihm nehmen und ihm einen neuen, gesunden Körper geben.

Obwohl Ner’zhul einwilligte und offenbar darauf brannte, seine Rolle zu spielen, hegte Kil’jaeden Zweifel an der Loyalität seines Handlangers. Dass er dem Lichkönig keinen Körper gab und ihn in dem Kristallsarg gefangen hielt, sicherte vorerst sein gutes Benehmen, aber der Dämon wusste, dass er wachsam sein musste und ihn niemals aus den Augen lassen durfte. Aus diesem Grund rief Kil’jaeden die Elitewache seiner Dämonen herbei, die vampirischen Schreckensfürsten, damit sie Ner’zhul bewachen und gewährleisten sollten, dass er seine grauenhafte Aufgabe erledigte. Tichondrius, der mächtigste und verschlagenste unter den Schreckensfürsten, stellte sich der Herausforderung; ihn faszinierte das Ausmaß der Seuche und das beispiellose Potenzial zum Völkermord des Lichkönigs.

 

 
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